Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut – Wie sieht es in deinem Kopf aus?

Im Oktober 2015 kam Alles steht Kopf oder auf Englisch Inside Out in die deutschen Kinos. Der Film dreht sich um die Gefühlswelt eines kleines Mädchens, dass aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wird und mit ihrem neuen Leben jetzt lerne muss umzugehen. Neben dem Mädchen und ihrer Eltern gibt es eigentlich fünf ungewöhnlich Hauptdarsteller: Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut. Diese Fünf, im Film als niedliche und kindgerechte Figuren dargestellt, sind für die Gefühle und Erinnerungen des kleinen Mädchens zuständig und unterstützen sie in ihrem Alltag.

 

alles_steht_kopf_emotionen_2
Von Links nach Rechts: Angst, Ekel, Kummer, Freude, Wut 

Quelle und Copyright: Disney Wiki

 

Ich möchte hier mit auf die Grundidee des Filmes hinaus. Ich finde es sehr niedlich von Disney in die Gefühlswelt eines kleinen Mädchens einzutauchen, aber der Film wird auch ziemlich düster. Wie auch unserer eigenen Gedanken und Gefühle es werden können. Ebenso mag ich die Vorstellung, dass jeder Mensch sogenannte „Kernerinnerungen“ hat, aus denen sich die Persönlichkeit formt. Ebenfalls sieht man in Alles steht Kopf, wie sich eine Persönlichkeit verändern kann.

 

Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut

Diese fünf Empfindungen kann man wohl als Hauptempfindungen ansehen. Klar, es gibt noch viele mehr, aber diese sind meist eine Mischung aus diesen Fünf. So besteht Verzweiflung vielleicht aus Wut und Angst oder eine neue Erfahrung aus Freude und Angst, eventuell auch noch Ekel. Verstehst du was ich meine? Ein simples Beispiel: Als ich das erste Mal Achterbahn gefahren bin hatte ich einerseits Angst, da ich es vorher nicht kannte. Andererseits hat mir die Fahrt sehr viel Freunde bereitet. 

Nachdem ich den Film vor kurzen noch einmal gesehen habe, habe ich unweigerlich Freude, Kummer, Angst, Ekel und Wut auf mich reflektiert und muss sagen, dass es irgendwie „befreiend“ war. Auch wenn man nicht unbedingt hinter alle Empfindungen kommt und warum man auf gewisse Sachen auf eine bestimmte Weise reagiert, aber irgendwie hilft es schon ein bisschen.

  • Was bereitet mir Freude oder Kummer?
    Bei Freude bin ich relativ einfach gestrickt. Wenn ich meinen Mann im Geschäft anrufe und er sich mit meinem (jetzt natürlich unserem) Nachnamen meldet lässt das mein Herz vor Freude hüpfen. Oder wenn meinen beste Freundin mir ein „Guten Morgen“ über WhatApp schickt. Das stimmt mich einfach glücklich. Oder wenn ich nach Hause kommt und mein Hund mich begrüßt. Oder wenn ich mein Pflegepferd von der Koppel hole. Oder mein Mann mir Süßigkeiten vom Einkaufen mitbringt. Oder, oder, oder…. bei Freude könnte ich stundenlange aufzählen.
    Ich glaube, dass die meisten Freude auch so empfinden wie ich und sich über Kleinigkeiten freuen können, wäre auch irgendwie schlecht wenn nicht.

    Kummer ist da glaube ich eine andere Hausnummer. Jeder empfindet Kummer sicherlich auf eine andere Art und Weise und jeder ist mal mehr oder mal weniger betroffen. Mir bereitet es zum Beispiel Kummer, wenn es meiner Familie oder Freuden nicht gut geht. Genauso wenn ich mir mal wieder selbst Berge baue, da ich vor einem Problem stehe und nicht weiß wie ich es lösen soll (was auch ein bisschen in Angst und Wut mit reinspielt).

  • Was macht mir Angst?
    Angefangen bei etwas Banalem wie die Serienfigur Alf (ja ich weiß, mega Panne) bis hin zu Versagens- und Verlustängsten (die zum Glück nicht oft zu Besuch sind). Ich glaube aber, dass ziemlich viele Leute von Versagens- und Verlustängsten „betroffen“ sind. Ist das nicht menschlich?
  • Wann empfinde ich Ekel?
    Bei Essen mit einer komischen Konsistenz und Schnecken (also Lebenden!). Ekel empfindet sicherlich auch jeder unterschiedlich. Bloß was diese Spinnenphobie bei den meisten Frauen sein soll verstehe ich nicht 😀
     
  • Und was macht mich wütend?
    Da brauche ich bloß in mein Auto zu steigen und loszufahren. Der Rage-Mode kommt da von ganz alleine. Wütend macht mich aber auch, wenn Leute mich nicht verstehen (also nicht mitdenken) oder wenn etwas nicht so funktioniert wie ich es gerne hätte. Da könnte ich ausrasten und tue es meist auch.

 

Und vor allem: Was sind meine Kernerinnerungen?

In Alles steht Kopf hat das Mädchen zu Anfang fünf (freudige) „Kernerinnerungen„, die ihre Persönlichkeit rund um „Erinnerungsinseln“ bilden. Diese verändern sich aber mit der Zeit und werden Mischungen aus den fünf Empfindungen. Das kann man bei sich selbst sehr gut entdecken. Gerade während der Pubertät verändert man sich doch sehr.

Mit 26 Jahre habe ich definitiv mehr Kernerinnerungen gesammelt als nur fünf. Ich erinnere mich teilweise an freudige Dinge aus dem Kindergarten, schöne und unschöne aus der Grund- und Realschule, tolle Erlebnisse mit Freunden, wie ich meinen Mann kennenlernte, den Hochzeitsantrag und noch weitere Dinge. Und all diese „Kernerinnerungen“ machen mich zu der Person die ich heute bin. Egal ob es schöne, traurige, lustige oder angsterfüllende Erlebnisse und Erinnerungen waren bzw. sind, sie prägen mich als Person. Es liegt alleine an einem Selbst was man daraus macht und ich möchte behaupten, dass aus mir eine ganz annehmbare Persönlichkeit geworden ist. Klar habe auch ich meine Ecken und Kanten, aber das macht mich und meine „Kernerinnerungen“ halt nun mal aus.

 

Gehe einmal in dich und mache dir zu den fünf folgenden Fragen Gedanken, es kann vielleicht einige „Gehirngespinste“ lösen und auch einen Ausweg oder Tunnel durch deinen selbstgebauten Berg sein 😉

Was bereitet dir Freude oder Kummer?
Was macht dir Angst?
Wann empfindest du Ekel?
Und was macht dich wütend?
Was sind deine Kernerinnerungen?

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s